Self Interview

Mit Im Hirschwald-Gründerin Svenja Hirsch (33). Über ihren Begriff von Mut und Selbstentwicklung, was das mit dem richtigen MindSet zu tun hat und warum sie keine Mode-Artikel bloggt.

Nu ma Butter bei die Fische: Was ist Selbstentwicklung?

Svenja Hirsch: Selbstentwicklung ist eine positive Veränderung!

Und die beginnt meistens damit, dass eine Situation für uns nicht in Ordnung ist. Wir merken es, fragen uns warum. Und dann… ändern wir oft nichts daran. Selbstentwicklung meint, genau das zu tun, sich oder äußere Umstände zu ändern, die nicht (mehr) passen. So viel Reflexion zu üben und für mich zu entscheiden – nicht fremdgesteuert zu sein und nach der Pfeife anderer zu tanzen. Und gerade das hat mit ganz, ganz viel Mut zu tun!

SH: Vor allem die Veränderung braucht Mut. Meine Ziele zu kennen ist das eine, mich für diese auch zu entscheiden und zu kämpfen gleich etwas viel größeres. Gerade dann, wenn es um Entscheidungen geht, die eher ‚unpopulär‘ sind. Wer schmeißt schon sein Volontariat nach drei Monaten und geht direkt in die Selbstständigkeit? Oder schreibt auf einem Blog über Schreibblockaden? Mut brauchen wir immer, wenn wir etwas anders machen, als allgemein erwartet wird. Oder wenn wir die Ersten sind, die mit so einer Sache anfangen.

Und warum braucht es Mut dazu?

SH: Nicht, wenn es ums Autofahren geht! Auch in vielen anderen Dingen kann ich gerade anfangs sehr ängstlich sein. Aber ich habe so einen natürlichen Impuls, aus unangenehmen Situationen, gerade wenn sich diese wiederholen, rauszugehen. Mittlerweile weiß ich diesen Impuls gut für mich zu nutzen. Er zeigt mir z. B., dass gerade jemand nicht gut mit mir umgeht und hat mich so schon vor einigen ungesunden Beziehungen geschützt.

„Als Autorin bin ich eine gute Beobachterin.“

Das will ich auf diesem Blog weitergeben. Denn ich bin ja nicht einfach eine, die so einen Impuls hat. ich bin Autorin. Und daher schon von Berufswegen, aber auch ganz persönlich eine sehr gute Beobachterin. Ich habe von klein auf Selbstreflexion gelernt, indem ich beispielsweise Tagebuch geschrieben habe. So hatte ich immer schon ein gutes Gefühl für mich selbst, früher oft unterbewusst.

Als ich noch sehr viel jünger war, habe ich oft Entscheidungen getroffen, die eher ungewöhnlich sind. Das habe ich damals noch unbewusst getan und stelle das jetzt gerade erst mit wachsendem Erstaunen fest. Wahrscheinlich auch, weil ich mich gerade sehr viel mit diesen Themen auseinandersetze.

Das will ich nun in Worte fassen und an andere weitergeben. Vor allem die Situationen, die wirklich weh getan haben. Viele Menschen stecken in Umständen fest, wissen genau, das sie dort rausmüssen, aber trauen sich nicht. Ich will mit meiner Geschichte dazu inspirieren, mutig zu sein und das eigene Leben selbstständig so zu ändern, dass es Dir gut geht.

Ich höre neben der guten Beobachtungsgabe auch sehr gerne zu, gerade wenn ich ein Thema so spannend finde wie dieses. Ursprünglich komme ich ja auch aus dem Printbereich des Journalismus und (tatsächlich) der Wissenschaft rund um Literatur. Ich kenne mich auf jedem Gebiet des genauen Betrachtens und Erzählens bestens aus.

Zusätzlich habe ich eine Sprecherausbildung. Ich habe großen Spaß, nicht nur schriftlich, sondern auch per Stimme zu erzählen. Das hat insofern einen Mehrwert, als man viele Artikel nicht nur lesen, sondern (u. a. in meinem Podcast) auch hören kann.

Bist du besonders mutig und reflektiert?

Svenja Hirsch mit Selbstauslöser

Spaß mit dem Selbstauslöser – muss
auch mal sein! Hier fotografiert sich
Frau (vorerst) noch selbst!

Inwieweit ist ein entsprechendes MindSet wichtig?

SH: Durch ein MindSet verändere ich meistens meine Sicht auf etwas. Ich betrachte zum Beispiel eine Situation und werte sie durch ein neues MindSet positiv um, obwohl sie mir zuvor negativ aufgestoßen ist. Das ist etwas, was ich sehr aktiv und bewusst tue. Ich kann sagen: Geld ist scheiße. Ich kann aber auch sagen: Geld hilft mir bei vielen Dingen im Leben entscheidend weiter. Ein sehr schönes Beispiel von Madame Moneypenny, das genau zeigt worum es dabei geht. Und das Gleiche gilt auch für mutige Entscheidungen, die ich mich nicht traue zu treffen. Die Angst davor kann man durch ein entsprechendes MindSet umwerten.

SH: Ich habe festgestellt, dass ich schon lange sehr selbstbestimmt in vielen Dingen bin. Ich höre oft unbewusst auf mich selbst und lenke mein Leben in die entsprechende Richtung. Das erfordert Mut. Und macht mich zugleich zufriedener, als ich das bei anderen Menschen bemerke, die ähnliche Probleme haben. Ich will diesen Menschen meine Herangehensweise zeigen, sie durch meine Artikel einfach unterstützen und zeigen, dass sie nicht alleine sind.

Ich will Menschen erreichen, die sich in eine bestimmte, positive Richtung weiter entwickeln wollen und die den ein oder anderen Impuls brauchen. Menschen, die vielleicht vor einer schwierigen Situation stehen und nicht weiter wissen.

Echte Geschichten und Fragen

Meine Artikel sind Mutmacher und Denkanstöße, die nicht einem Coach, sondern aus dem echten Leben kommen. Meine Geschichten sind reale Erfahrungen, die ich gemacht habe. Oder die anderer Menschen, die mich dazu inspiriert haben, von denen ich mich inspirieren lasse. Ich beschreibe viele konkrete Situationen, wie ich gefühlt und gehandelt habe. Das muss nicht immer für jeden richtig und nachahmbar sein, aber ich will ein Gefühl für die Situation vermitteln, für die Fragen, die sich in oder nach solchen Momenten stellen.

Und ich habe das Blog Magazin gegründet, um interessante Storys und Menschen zu präsentieren, in denen meine User sich wiederfinden oder die sie einfach nur gerne lesen! Das darf auch mal sein und freut mich umso mehr.

Warum hast du Im Hirschwald – Das Blog Magazin für Mut und Andersmacher gegründet?

Gibst Du in deinem Blog Magazin in alle Bereiche von Selbstentwicklung einen Einblick?

SH: Jein. Im Vordergrund stehen natürlich erst einmal zwischenmenschliche Geschichten. Ich fange in den ersten Artikeln auch zunächst mit einer Art Selbstvorstellung an, indem ich meine sehr persönliche Geschichte erzähle. Zum Beispiel schwere Phasen innerhalb der Familie und wie ich damit umgegangen bin. Hinzu kommen Freundschaften, Beziehungen usw.

Aber auch andere Bereiche sind mir wichtig, wie zum Beispiel das Thema Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung. Hierunter gibt es zahlreiche Abstufungen wie Finanzen, Ehe und vieles mehr.

Auch für Freiberufler ist ein bisschen was dabei. Wissen, das ich gerne am Anfang meiner freien Karriere gehabt hätte. Was diese Magazin hingegen nicht tut, ist eine optische Selbstentwicklung zu verfolgen. Es gibt hier also keine Mode- oder Make-Up-Tipps – obwohl: Wenn sie nachhaltig sind, wäre ich auch dafür zu haben!

SH: Na klar! Ich freue mich immer über Anregungen. Auch, wenn jemand noch mehr über bestimmte Situationen wissen möchte, die ich in einem Artikel beschreibe, kann sie oder er mir gerne eine Mail schicken. Das lässt sich ja alles einfügen oder ein zweiter Teil zu dem jeweiligen Artikel schreiben. Mich interessiert, was meine Leser interessiert. Und ich freue mich über entsprechende Kommentare unter den Beiträgen oder Mails von euch!

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