Als Mutter zweimal selbstständig

24.08.2020 I Melanie Birsin

Melanie Birsin war bereits selbstständig, als ihr Sohn geboren wurde. Warum sie ein zweites Business gegründet hat und wie auch du es als Mutter schaffst, deinen Weg zu finden, erzählt sie in diesem powervollen Gastbeitrag.

Melanie Birsin Bild zu Beitrag Herausforderung als selbstständige Mutter

„Ich war bereits selbstständig als mein Sohn geboren wurde. Nach der Geburt habe ich mich irgendwie einsam gefühlt. Die anderen Mütter in den Babygruppen konnten nicht nachvollziehen wie es ist selbstständig zu sein und welche Sorgen und Gedanken man sich als selbstständige Mama macht. Mir hat der regelmäßige Austausch mit jemandem gefehlt, der in einer ähnlichen Situation ist oder war und mich unterstützen konnte.

Meine eigene Situation hat mir gezeigt, bei welchen Herausforderungen ich anderen Müttern helfen will

Mir eine Mentorin zu suchen, war die beste Entscheidung in diesem Zusammenhang. Durch meine Situation damals und meinen Sohn habe ich erkannt, dass ich gerne anderen Frauen helfen möchte ihren Weg zu gehen. Mein Herzensthema ist es dir dabei zu helfen deiner Familie UND deinem Business gerecht werden zu können, ohne dich einsam oder verloren zu fühlen. Ich bin davon überzeugt, dass es für alles eine Lösung gibt.

Wie die Selbstständigkeit bei mir begann

Ich bin seit Februar 2016 selbstständig. Im Mai 2018 habe ich meinen Sohn bekommen. Danach war ich ein Jahr in Elternzeit und habe nicht gearbeitet. Nach der Elternzeit habe ich begonnen, mit meinem Mann an unserem ersten gemeinsamen Business zu arbeiten. Seit dem 23.06.20 sind wir nun Gesellschafter unserer ersten GmbH.

Manchmal werde ich gefragt wie ich das alles unter einen Hut bekomme. Und an manchen Tagen habe ich mich selbst gefragt, wie das alles klappen soll. Dann gab es wieder Phasen, in denen einfach alles gut lief und sich leicht anfühlte.

Manchmal beobachte ich abends meinen Sohn, wenn er schläft. Er ist für mich der wichtigste Mensch auf der Welt und ich möchte, dass es ihm immer gut geht. Ich könnte auch einfach „nur“ Mama sein. Das ist bereits Job genug um ehrlich zu sein. Viele Menschen gehen darin auf. Und ich liebe mein Kind. Dennoch benötige ich eine berufliche Aufgabe. Eine Aufgabe, die mich ebenso erfüllt wie das Strahlen meines Sohnes, wenn ich mit ihm spiele.

Ich möchte alles unter einen Hut bekommen, selbst an Tagen, an denen nicht alles nach Plan läuft. Deshalb möchte ich diesbezüglich meine drei wichtigsten Learnings mit dir teilen.

Meine drei wichtigsten Learnings: Individuelles Zeitmanagement, Planung und Fokus.

1. Zeitmanagement auf dich persönlich zuschneiden

Für mich bedeutet Zeitmanagement vor allem eins: Selbstmanagement.
Jeder Mensch hat dieselben 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Und jeder Mensch entscheidet für sich, wie er diese Zeit nutzt. Als ich selbstständig war und noch kein Kind hatte, konnte ich zu jeder Zeit arbeiten, immer wann ich es wollte und gerade konnte.

Seit ich meinen Sohn habe, kann ich nicht mehr mitten in der Nacht arbeiten. Ich benötige den Schlaf, denn ich weiß nie, wie oft er diese Nacht wach wird. Und gerade Müttern mit eigenem Business ergeht es dann so, dass sie sich bald ausgebrannt fühlen, weil sie sich keine Zeit für sich nehmen. Dem wollte ich unbedingt vorbeugen.

Die Herausforderung als selbstständige Mutter ist, einen eigenen Rhythmus zu finden

Ich entwickelte eine Morgenroutine und eine Abendroutine für mich. Diese variieren je nachdem, ob mein Sohn zu Hause ist oder eben nicht. Wenn er im Kindergarten ist, oder der Papa sich um ihn kümmert, dann ist meine Zeit. Diese beginnt mit meiner Morgenroutine. Yoga, Sport, gesundes Frühstück, lesen, die wichtigsten Aufgaben des Tages planen und danach anfangen zu arbeiten. Für die normale Routine nehme ich mir in etwa 90 Minuten Zeit.

Aber ich habe auch eine Routine für Tage, an denen mein Sohn zu Hause ist. Dann ist die Dauer gerade mal 10 Minuten und beinhaltet Yoga sowie zwei Seiten eines Buches zu lesen. Ansonsten wird sich um den Kleinen gekümmert.

Teste, was am besten zu dir passt

Ich habe verschiedene Tätigkeiten ausprobiert, bis ich die für mich richtige Morgenroutine entwickelt hatte. Sie füllt mich mit Energie für den Tag und gibt mir ein gutes Gefühl. Wenn du dich durch deine Routine gestresst fühlst, dann ist es noch nicht das richtige für dich.

Best practice:

Wenn dein Kind noch Mittagsschlaf macht, ist diese Zeit super um zu arbeiten, ansonsten kannst du früher aufstehen oder eben länger wach bleiben um deine Arbeit erledigen zu können. Schau auch da einfach, was am besten zu dir passt.

2. Planung ist alles

Ich erstelle jedes Jahr einen Plan mit meinen Zielen und leite daraus Aufgaben für die einzelnen Monate und dann auch Wochen ab.

Um zu wissen an welchem Tag ich für was Zeit habe, plane ich meine Woche im Voraus. Ich schaue dafür in meinen Kalender an welchen Tagen ich Termine habe und an welchen eben nicht. An den Tagen an denen ich keine Termine habe, plane ich mir dann feste Zeiten für meine Arbeit ein. So habe ich einen Überblick, wann ich was erledigen kann und wo ich noch Zeitfenster habe.

Überblick und Zeitfenster helfen

In meinem Kalender stehen auch alle Termine die unsere Familie betreffen. Ich blocke mir auch feste Zeiten in denen ich mich nur mit meinem Sohn beschäftige. Einen Tag die Woche gibt es keine Arbeit bei uns, dann heißt es, nur die Familie zählt. Auch Zeit mit meinem Mann planen wir in unserem Kalender gemeinsam ein. Das ist wichtig, um auch als Paar genug Zeit zu finden.

Best practice:

Mein Mann und ich teilen uns einen App-Kalender, damit wir beide über wichtige Termine sofort informiert sind. Ich stelle auch Erinnerungen und Wegzeiten ein, damit wir immer pünktlich sind. Jeden Abend planen wir dann nochmal den nächsten Tag und besprechen die wichtigsten Aufgaben. So stellen wir sicher, dass wir an einem Strang ziehen und denselben Fokus setzen.

3. Fokussiere dich auf dein Leben

Man sieht es immer wieder, wie erfolgreich die wunderschöne und trainierte Frau doch ist, und das trotz ihrer drei Kinder! Sie führt ein erfolgreiches Business und ist bereits Millionärin….

STOP!

Schluss mit deinem Kopfkino! Vergleiche dich bloß nicht mit anderen. Das was du siehst, ist nur die halbe Wahrheit. Du weißt nicht, was diese Frau denkt und fühlt. Hör auf so viel zu schauen was andere haben und machen.

Best practice:

Freue dich für die Erfolge von anderen, aber lass dich dadurch nicht von deinen Zielen abbringen. Du hast dir einen Plan gemacht und auf den solltest du dich konzentrieren.

Lass dir kein schlechtes Gewissen einreden durch soziale Medien oder Zeitschriften. Versuche einfach jeden Tag die beste Version deiner selbst zu sein.

Gedanken aus meinem Leben vor der Planung und dem Zeitmanagement

  1. Werde ich meinem Kind gerecht? Fühlt er sich alleine? Vernachlässige ich ihn?
  2. Kann ich die Aufträge auch wirklich zeitgerecht erfüllen? Was wenn mein Kind krank wird?
  3. Was, wenn keine Aufträge kommen, oder ein Kunde nicht zahlen kann? Wie soll ich meine Rechnungen bezahlen?

Meine Antworten (heute):

  1. Mein Sohn ist sehr glücklich und liebevoll. Ich merke, dass es ihm gut geht. Also werden diese Gedanken sofort wieder los gelassen. Er freut sich, wenn wir zusammen Lego spielen und verliert sich dabei total immer höhere Türme zu bauen. Anders als wir es gerade leben, kann ich es mir kaum vorstellen. Er geht nur halbtags in den Kindergarten, ich finde das reicht auch. Er soll zwar mit anderen Kindern spielen, aber ich möchte auch aktiv jeden Tag Zeit mit ihm verbringen. Ich möchte für ihn da sein, mit ihm und meinem Mann Ausflüge machen, spazieren gehen, schwimmen, ein Eis essen und noch so vieles mehr.
  2. Ich plane ausreichend Puffer ein. Dadurch kann ich die Aufträge zeitgerecht erfüllen und habe dennoch ausreichend Zeit für ungeplantes.
  3. Wir haben uns ein Finanzkissen aufgebaut. Darauf können wir im Notfall zurückgreifen. Es zahlt für 4 Monate unsere Fixkosten und gibt uns dadurch Zeit, eine Lösung zu entwickeln. Außerdem verlassen wir uns nicht nur auf einen Kunden, sondern haben immer mindestens drei langfristige Zusammenarbeiten.

Mein Fazit

Ich bin sehr dankbar, dass wir dieses Leben nach unseren Wünschen und Vorstellungen leben können. Ich fühle mich frei und geliebt. Genau das, was ich mir für meinen Sohn wünsche.

Und wenn mal etwas passiert, das ich alleine nicht bewältigen kann, dann kann ich mir Unterstützung holen. Das war nicht immer so. Ich dachte, ich muss alles alleine machen. Hilfe zu holen oder anzunehmen kam mir nicht in den Sinn. Das war eine der wichtigsten Sachen, die ich seit der Geburt meines Sohnes gelernt habe:

Ich darf Hilfe annehmen.

Die tollen Menschen in meinem Leben geben mir jeden Tag erneut einen Grund glücklich und dankbar zu sein. Ich habe gelernt, dass Dankbarkeit sehr wertvoll ist. Es macht mich von Tag zu Tag glücklicher und stärker.

Mir hat es unglaublich geholfen, mich mit anderen selbstständigen Frauen auszutauschen. Außerdem habe ich selbst eine Mentorin und weiß, wie wichtig es ist Unterstützung zu bekommen.

Das ist einer der Gründe, warum ich The Mimmi Project gegründet habe: Ich möchte selbst als Business Mentorin andere Frauen und selbstständige Mütter auf ihrem Weg begleiten und unterstützen. Deiner persönlichen Lösung kommen wir gemeinsam in einem Mentoring näher und erstellen die Schritte in deine erfüllende und glückliche Zukunft.

Wo sich Frauen gegenseitig unterstützen und austauschen

Einmal im Monat biete ich ein online Meetup an. Es findet immer am 19. des Monats statt. Außerdem baue ich gerade eine Membership auf, in welcher sich die Frauen gegenseitig unterstützen und austauschen können. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Onlinekurs zum Thema Zeitmanagement, eines meiner Kernthemen.

Für nähere Informationen besuche gerne meine Webseite www.themimmiproject.de

Ich freue mich auf dich!

Text: Melanie Birsin

Foto: auch

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2 Kommentare
  1. Agnes
    Agnes sagte:

    Das ist ein sehr aufrichtiger Beitrag! Ich finde es toll, dass Melanie nicht nur Positives anspricht, sondern auch ihre Zweifel äußert! Sie gibt tolle Impulse für alle jungen Mütter!! Vielen Dank!

    Antworten

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