Meine Heldenreise, erster Teil – Was ich gelernt habe

14.07.2020 I Svenja Hirsch

Geborgene erste Jahre, Freundschaften, Familienzusammenhalt, Mobbing und Bewertungen. Was ich auf dem ersten Teil des Weges erlebt und gelernt habe. 

Titelbild zur Heldenreise Schulzeit, was ich gelernt habe

Geprägt haben mich hier vor allem die Hänseleien aufgrund meiner Figur, meines Modegeschmackes usw. Doch selbst als ich dünn war, mich schick anzog und mir die Haare fesch abschneiden ließ, gab es immer einen Deppen, der meinte mein Äußeres kommentieren zu müssen („Du hast die gleiche Frisur wie meine Oma!“). Ich lernte erst mit der Zeit, dass es solche Menschen immer geben wird und sie in der Regel diejenigen sind, die man eh nicht in seinem Leben haben will.

Reine Äußerlichkeiten

Lange achtete ich bei den Männern selbst sehr auf das Äußere. Weil  ich das Gefühl hatte, selbst nicht viel Wert zu sein, nichts zu erzählen zu haben und ein schöner Mann an meiner Seite mich in den Augen der anderen auch aufwerten würde. Eine von unglaublich vielen Unsicherheiten, die ich in den Jahren zwischen 18 und 28 weiterhin hatte.

Vieles davon mag auch durch meine die Fremdemotionen gesteuert gewesen sein, beispielsweise meiner Mutter, die sich einige Zeit selbst wertlos fühlte. Sie gab mir damals auch oft zu verstehen, dass sie meinen Kleidungsgeschmack nicht teilte und ich doch viel mehr aus mir machen könne. Das hatte mehr damit zu tun, dass sie selbst eine Zeit sehr viel wog, dann sehr viel abnahm. Ich glaube, sie hat damals ihre Gefühle und Ansprüche sich selbst gegenüber auf mich projiziert.

Alte Muster ablegen

Deswegen arbeite ich heute sehr an diesen Gefühlen in mir selbst, um diese meinen Kindern später möglichst nicht weiterzugeben. Ich meinerseits war froh, als sich meine Eltern trennten und diese angespannte, negative und schwere Stimmung nicht mehr überall im Raum schwebte. Diese Grundstimmung herrschte bei uns und hielt sich zumindest bei mir noch über eine ganze, lange Zeit. Bis auch ich selbst auszog.

Love. Live. Laughing.

Andreas, mein Stiefpapa, sagte irgendwann zu mir, ich würde viel mehr lachen seit ich ausgezogen sei. Ich glaube wirklich, dass mich das in vielen Dingen befreit hat. Während ich mich vorher oft handlungsunfähig fühlte, weil ich dachte, ich würde etwas falsch machen oder jemanden durch durch meine bloße Anwesenheit nerven, gab es dieses Problem mit meinem Auszug nicht mehr.

Ich war nun im besten Sinne auf mich gestellt, selbstständig und lernte mit der Zeit immer mehr dazu. Die ganze Schmerzen der Hänseleien und der Situation zuhause hatten angesichts dessen, was nun passierte, ihre absolute Berechtigung. Denn erst durch sie konnte ich sehen, was im Leben wirklich wichtig ist.

Text: Svenja Hirsch

Skizze: auch

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