Sidekick-Story: Zu dir oder zu mir?

28.4.2020 I Svenja Hirsch

Die erste beste Freundin. Ein Mensch, den man vermutlich nie wieder vergisst. Eine kleine Geschichte über Freundschaft, Familie und Durchsetzungsvermögen. Und ein bisschen Sehnsucht.

Zweimal baumelnde Füße als Titelbild zu der Sidekick Story über beste Freundin im Kindergarten

Im Kindergarten hatte ich eine beste Freundin: Anne. Ich glaube, ich habe heute noch sehr viel Bewunderung für sie und ihre Familie, obwohl wir uns schon lange nicht mehr gesehen haben.

Anne kann ich in zwei Worten beschreiben: groß und freundlich. Fast so war auch ihre Mutter. Beide mit sehr ruhigen, sehr freundlichen Stimmen. Einfach angenehme Menschen.

Eine kleine Traumfamilie zum ab und zu in andere Sphären tauchen

Ich mochte es bei ihr immer sehr. Was dazu führte, dass wir meistens auch bei ihr Zuhause waren, wenn wir uns trafen. Ein großes Haus. Mit so spannenden Sachen wie einem Wäschetunnel, in den man schmutzige Sachen schmeißen konnte, die dann direkt vom ersten Stock in den Waschkeller durchrutschten.

Und ihre Eltern, die sich auch gerne mal einen Spaß miteinander erlaubten. Ihre Mutter stiftete uns zum Beispiel an einem 1. April an, dem Papa zu erzählen, es wäre ein großes Paket angekommen. Von seinem Arbeitgeber, es stünde in der Garage. Ein Spaß, als ihr Vater das Garagentor hochfahren ließ, dort natürlich nichts war und wir Kinder schrien: „April, April!“

Die erste beste Freundin im Kindergarten. Nur einen Streitpunkt gab es

Nur eins gab es, worüber wir irgendwann „diskutierten“: Zu dir oder zu mir? Weil wir so oft zu ihr gingen, war ich einfach der Meinung, dass sie jetzt mal dran wäre und wir bei mir spielen könnten. Das sah dann etwa so aus, dass wir echt wie Pappenheimer voreinander standen und die Zeigefinger hin und her gingen: Zu mir! Nein, zu mir! Nein, zu mir! Mit dem schlagenden Argument, dass ich so oft bei ihr wäre, setzte ich mich zumindest bei dieser einen Minidiskussion doch durch.

Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn

Nach dem Kindergarten verloren wir uns aus den Augen. Ich glaube, ich habe sie noch ein paar Mal zum Geburtstag eingeladen. Sie fing irgendwann mit Stepptanz an und meine Mutter und ich sahen uns eine Vorstellung im Einkaufszentrum an, bei der sie mit ihrer Gruppe auftrat. Später traf ich sie tatsächlich einmal an der Uni. Wir erkannten uns sofort wieder. Sie hatte sich kaum verändert, in diesem Fall ist das positiv gemeint. Sie war immer noch so in sich ruhend und strahlte. Die perfekte erste beste Freundin.

Sie erzählte mir, dass sie gerade dabei war, sich auf die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule vorzubereiten. Eine sehr intensive und schwierige Angelegenheit. Was sie heute macht, weiß ich nicht. Ich habe nur mal eine Notiz im Internet gefunden, dass sie einen Chor leitet. Ob das immer noch der Fall ist? Keine Ahnung. Liebe Anne, ich hoffe, es geht dir gut und wir sehen uns bald mal wieder!

Text: Svenja Hirsch

Skizze: auch

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Wie viele von uns, hatte auch ich lange diese eine beste Freundin in der Schule. Maria war im Gegensatz zu mir ziemlich schlank. Und betonte das ganz gerne.
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