Warum ich zur Welt kam

25.2.2020 I Svenja Hirsch

Ich wurde in Rissen geboren, dem westlichsten Ende Hamburgs. In einem Krankenhaus, in dem es heute keine Geburtsstation mehr gibt. Von Eltern, die sich noch nicht lange kannten und doch 100-prozentig sicher waren. Vor allem meine Mutter. Mit mir.

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Wie sich meine Eltern kennenlernten

Meine Eltern kannten sich noch nicht lange. Papa, Einzelhandelskaufmann mit Vokuhila, Mama, Erzieherin mit Ambitionen. Ich war schon unterwegs, als die beiden heirateten. Kennengelernt hatten sie sich beim Camping. Über Freunde gewissermaßen. Eine Kollegin meiner Mutter und gute (Hippie-)Freundin meines Papas. Die war es, die beide zusammenbrachte. Meiner Mutter war sofort einiges klar. Und sie machte Papa klar. So hat sie es mal erzählt. Dass sie ihn einfach ‚überfiel‘, als er gerade vorne in seinem VW-Bus irgendetwas holte.

Du bist der Mensch, auf den ich gewartet habe

Für ihn die Vollkatastrophe, als das Camping vorbei war. Er war sich sicher: Das ist meine Traumfrau! Und erzählte es seiner ganzen Familie so lange, bis er sie endlich wieder sah. Ich finde, dass ist eine sehr romantische, schöne Geschichte. Die erstmal vor dem Standesamt weiterging (sie im pinken Hosenanzug, er in Wollpulli und Lederjacke) und nach etwa 14 Jahren in Tränen endete.

Ich liebe die Fotos von damals: Meine Mutter mit rundem Bauch in der Zweizimmerwohnung. Wie glücklich sie aussieht. Sie wollte immer vier Kinder haben und mit meiner Geburt ging es endlich los! Mit einem Mann, von dem sie glaubte, dass er Freiheit verkörpere. Und auch, wenn das schließlich doch nicht der Fall war, der beste Papa für ihre vier Kinder war. Für meine drei Geschwister und mich. Alle rausgeploppt aus ihrem Bauch. Dieser Bauch, der so gemütlich war, dass ich um keinen Preis der Welt hinaus wollte. Fast zwei Wochen nach Termin musste ich dann aber wohl oder übel. Da war mein Kopf schon so groß, dass sie mich bei meiner Geburt mit einer Zange holten. Tut mir leid, Mama!

Gemütlichkeit, Langsamkeit – von Geburt an meins!

48 Stunden oder sogar noch länger dauerte es, bis ich endlich draußen war. 13 Tage zu spät. Und in etwa so auch vom Charakter. Immer ein bisschen gemütlich. Immer gerne ruhig. Mit dem Hang zum Schlafen und Kochtöpfen aus dem Schrank räumen, wenn Mama gerade die Küche putzte. Zwischendurch legte sie sich zu mir, wenn ich mal wieder voll entspannt auf dem Bett meiner Eltern pennte.

So ging es los, das Leben. Meine Heldenreise.

Und wenn ich so zurückdenke, fällt mir jetzt, so beim Schreiben auf, dass das ein ziemlich guter Start ins Leben für mich war. So geliebt und gewollt kommen vermutlich nur wenige Kinder auf die Welt. Und egal, was schließlich noch alles passieren sollte: Ein frühes Kindheitstrauma habe ich ausgelassen.

Diese Erinnerung ist für mich unendlich wertvoll. Und ich bin dankbar, dass es sie gibt, dass meine Eltern für diese schöne Erinnerung gesorgt haben. Sie haben sich und mich damals als kleine Einheit begriffen, die auch auf wenig Quadratmetern unfassbar viel Platz hatte…

Teil 2: Auf 48 qm kann man auch glücklich sein

Text: Svenja Hirsch

Foto: Vermutlich meine Mutter

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