Was ich über Geld weiß – Für später (Vorsorge = Versorge)

28.1.2020 I Svenja Hirsch

Verantwortung übernehmen. Was sich erstmal anfühlt wie eine Last, ist im Prinzip eine ziemlich gute Sache! Denn wenn du für dich Verantwortung übernimmst, können andere dir gar nichts. Das gilt auch in Sachen Geld.

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Dass unsere Renten alles andere als sicher sind, ist ja nichts Neues! Auch da verlassen sich noch zu viele Leute auf unser System. Ich habe meine Vorsorge ehrlich gesagt auch sehr lange eher beim Staat als bei mir gesehen. Obwohl ich als Selbstständige ohnehin eine andere Ausgangsposition habe. Durch die Künstlersozialkasse habe ich aber auch hier bereits regelmäßig ins normale Rentensystem mit einbezahlt. Trotzdem: Reichen tut das auf keinen Fall!

Was auf meinem Rentenbescheid steht, will keiner wissen.

Und was bedeutet es jetzt, auch hier Verantwortung zu übernehmen? Vorsorge, genau. Was man machen sollte und vor allem was nicht: Dafür verweise ich mal wieder auf Madame Moneypenny. Ich beschreibe hier nun einmal, was ich mache und gemacht habe. Das ist keine Beratung, sondern einfach ein kurzer Einblick in das, was mit einem normalen Gehalt sofort möglich ist.

Wie geht jetzt das mit der Vorsorge?

Angefangen hat es bei mir ebenfalls mit Sparen. Beziehunsgweise nein! Es hat angefangen damit, dass ich mir wie im Beitrag zum Sparen genau angeguckt habe, was ich monatlich ausgebe. Dabei ist immer etwas liegen geblieben. Ich wollte mich nun quasi davor bewahren, das Geld unbedacht auszugeben und mir außerdem schon einmal ein erstes Polster zulegen.

Schrittchen für Schrittchen zum Vermögensaufbau

  • 1. Schritt: Sparplan für den Notgroschen

    Ich habe vor ca. 4 Jahren einen auf 6 Jahre angelegten Sparplan auf meinem normalen Girokonto angelegt. Dafür habe ich ausgerechnet, wie viel ich abzwacken kann (und noch ein bisschen mehr). Bei meiner Bank konnte ich im OnlineKonto mit wenigen Klicks den Sparplan so festlegen, wie ich mir das vorstelle. 6 Jahre gehen jetzt immer in der ersten Monatswoche 85 Euro auf mein Tagesgeldkonto. Und ich komme da auch nicht einfach so ran.

    85 Euro klingt vielleicht erstmal wenig, aber das läppert sich! Mittlerweile hat sich da ein hübsches Sümmchen angesammelt, das als Starthilfe schon mal reicht, sollte irgendetwas passieren.

  • 2. Schritt: In ETFs investieren.

    Ich bin echt kein Zocker und will auch nicht in Unternehmen investieren, die z. B. Waffenhandel betreiben. So etwas unterstütze ich nicht – und vor allem nicht bewusst, wenn ich selbst darüber entscheiden kann. Trotzdem wollte ich einen weiteren Teil meines Geldes gerne an die Börse bringen.

    Für ETFs hatte ich mich schnell entschieden wegen des geringeren Risikos als man dieses zum Beispiel bei normalen Aktien hat. Außerdem bietet meine Bank da auch wieder ein integriertes Broker-Konto an und ich konnte auch hier Sparpläne anlegen. Da liegen jetzt zwei ETFs drin, in die jeden Monat weitere 75 Euro fließen. Und ich habe noch einen weiteren kleinen ETF dazu gekauft. Der war leider nicht besparbar, ich fand den aber gut!

    Gefunden habe ich meine ETFs über eine Werbung im Magazin Business Punk. Dort wurden diese als besonders nachhaltig angepriesen. Und in der Tat wurde auf der Webseite jeder ETF aufgeschlüsselt und es war sichtbar, ob und wenn ja wie viel Prozent der Unternehmen zum Beispiel in Waffen investieren. ETFs inkl. Waffenhandel habe ich alle nicht gekauft. Nur die ohne jeglichen, derartigen Handel und die zudem zum Beispiel insbesondere grüne Energie beinhalten und entsprechende Unternehmen abbilden etc. Nachhaltig investieren funktioniert also auch!

  • 3. Schritt: Über Immobilien nachdenken.

    Als Vorsorge in Immobilien investieren? Das fällt mir noch wahnsinnig schwer und bisher habe ich nichts gekauft. Die Kredite etc. schrecken etwas ab, vor allem aber die Immobilienpreise. Meine Idee ist eigentlich, eine kleine Wohnung zu kaufen und zu vermieten. Später könnte ich die Wohnung auch selbst nutzen, wenn alles andere fürs Alter zu groß und zu teuer ist. Ich kann mir auch vorstellen, in Pflegeimmobilien zu investieren, weil ich damit zudem das Gefühl hätte, für andere etwas Gutes zu tun. So weit, so gut. Gefunden ist bisher nichts. Dafür habe ich etwas anderes:

  • 4. Schritt: Anteilig investieren.

    Spannend! Mein Mann hat eine Plattform gefunden, über die man Anteile an verschiedenen Immobilien-Projekten kaufen kann. Entweder aus dem Bestand, oder man investiert in geplante Projekte. Das Schöne hieran ist, dass man auch kleine Summen investieren kann – gerade für Menschen, die sich eine eigene Immobilie nicht leisten können, ist das eine Alternative. Ich schreibe nicht, welche Anbieter wir gefunden haben, da wir das selbst gerade noch testen. Wichtig ist aber auf jeden Fall, sich über Risiken und Kosten zu informieren. Je transparenter der Prozess und das Projekt dargestellt wird, umso besser.

    Wir haben das jetzt tatsächlich ausprobiert: Er hat in ein geplantes Projekt investiert, ich in eine Bestandsimmobilie. Für das geplante Projekt war ich tatsächlich zu spät dran, alle Anteile waren binnen weniger als einer Stunde weg. Ich fühle mich persönlich aber mit meinem Investment fast besser – es ist langfristiger und das gefällt mir gut! Mal schauen, wie es so läuft.

    Übrigens ist es auch hier wie an der Börse: Breit streuen hilft, statt alles in ein Projekt zu stecken.

  • 5. Schritt: Weiter recherchieren und Ziele setzen.

    Es gibt so viele Möglichkeiten, zum Beispiel in berufliche Projekte zu investieren oder Kleinstkredite für andere zu finanzieren. Spannend, was sich da für Möglichkeiten auftun! Wir denken weiter darauf herum. Mein Ziel ist es, in 2020 eine Wohnung zu finden, die für uns gut finanzierbar und so schnell wie risikoarm abbezahlt ist. Um für uns auch hier mal einen Testlauf zu starten, ob Vermietung für uns etwas ist.

Das große Ziel ist für mich ganz persönlich, nicht von meiner staatlichen Rente abhängig zu sein. Ich möchte später Einnahmen und so viel Rücklagen haben, dass ich diese meine Rentenlücke schließen. Es gibt verschiedene Rechner für diese Lücke, einen findest du hier:

https://www.bvi.de/service/rechner/rentenlueckenrechner/

Vorsicht: Ein kleiner Schreck ist das schon. Aber es ist auch gut, das JETZT zu wissen und etwas für die eigene Vorsorge und Versorgung tun zu können. Verantwortung übernehmen eben!

Übrigens: Ab dem 9. Januar 2020, Folge 7 bis 9, ist Svenja von Mrs. Goldesel bei mir im Podcast. Wenn dich das Thema Finanzen interessiert, hör doch mal dort rein: Sie erzählt von ihrem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit und über ihr (Ferien-)Immobilienvermietung. Extrem spannend und wertvoll!

Text: Svenja Hirsch

Fotos: auch

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