Was ich über Geld weiß – woran ich gerne spare

21.1.2020 I Svenja Hirsch

Weniger ist manchmal mehr. Gerade jetzt, wo wir an allen Ecken mit Werbung zugeballert werden, hilft es, einfach mal den Konsum zu kappen. Was ich mache, um Geld zu sparen – und warum eigentlich.

Sparen, Sparschwein mit Kleingeld

Sparen gelernt habe ich vor allem durch mein Studium. Das Geld war oft knapp, mir war es aber wichtig, so weit wie möglich für mich selbst zu sorgen und nicht z. B. von meiner Mutter regelmäßig Extra-Geld zu bekommen. An Unterstützung hatte ich Bafög und mein Kindergeld. Ein kleines eigenes Einkommen habe ich mir zusätzlich nebenher verdient. Das war‘s!

Geholfen hat mir vor allem, genau zu wissen, was ich Monat so ausgeben. Das habe ich mir einfach regelmäßig angeschaut und durchgerechnet. Und ich bin echt kein Mathe-Fan! Aber das hat Spaß gemacht.

Erst der Überblick, dann das Sparen

Mir hat ein Überblick zu meinen Ausgaben geholfen, weil ich daraufhin überlegen und vor allem festlegen konnte, wie viel Geld ich z. B. für eine Miete ausgeben kann. Das war während des Studiums so, als ich von Zuhause ausgezogen bin. Und es ist auch aktuell so. Erst im Sommer 2019 habe ich nach einem halben Jahr 1-Zimmer-Wohnung mit viel zu lauten Nachbarn, aber unfassbar günstiger Miete beschlossen, nochmal umzuziehen und mir eine größere und vor allem ruhigere Wohnung zu mieten. Ich wusste schon immer bevor die Wohnung da war, wie viel Geld ich maximal ausgeben würde. Wohnungen, die teurer gewesen wären, habe ich mir gar nicht erst angeschaut.

Gezielt finden, was man wirklich haben will

Wer denkt, er/sie beschneide sich dadurch selbst und würde dann nichts finden: Ganz im Gegenteil. Je genauer ich weiß, was ich will, desto gezielter kann ich suchen und entdecke schneller als andere das, was für mich in Frage kommt. Und es war für mich bisher immer wichtig, nicht über meine Verhältnisse zu leben. Mir auch gutes Essen leisten zu können, weil meine Miete eben nicht 75% meines Einkommens verschlingt.

Mit der Zeit habe ich weitere Strategien zum Sparen gefunden, die mir persönlich auch echt Spaß bringen. Hier kommen ein paar Tipps. Zuerst meine alltäglichen Spar-Tipps, nächste Woche folgen dann meine Vorsorge-Tipps, wie ich für mein späteres Ich anlege. Los geht’s!

Meine Spar-Tipps

  • Ich kaufe keine Kleidung mehr neu.

    Angefangen hat das ganz schleichend: Ich habe überall aufs Schild geguckt, um ja nichts zu kaufen, was in Bangladesh produziert wird. Nachdem ich eine Dokumentation über die Bedingungen dort gesehen habe, wollte ich das nicht mehr tun. Ob es etwas bringt, sei dahingestellt. Und natürlich sind die Bedingungen auch in anderen Ländern katastrophal. Aber irgendwo fängt man eben immer an und bei mir war es dieser Gedanke, das nicht mehr unterstützen zu wollen.

    Was mache ich stattdessen? Ich shoppe liebend gerne auf Flohmärkten. Gefällt mir eh viel besser, weil die Kleidung dann nicht gleich jeder hat. Es ist günstiger und ich kaufe dann auch einfach alles, was mir gefällt.

  • Ich nutze eine App für meine Ein- und Ausgaben.

    Diese ist wie ein Haushaltsbuch, in das ich eintrage, wann ich was ausgebe und meine Kontostände sehen kann. Mein Geschäftskonto habe ich da seit neuestem auch drin. Du wirst dir viel bewusster, wofür du Geld ausgibst und kannst sehen, was noch vorhanden ist. Und auch wenn sich durchs Sparen immer mehr ansammelt! Es gibt eine große Auswahl guter Apps, ich nutze MoneyStats.

  • Ich kaufe gutes Essen.

    Hä? Was hat das mit Sparen zu tun? Ganz einfach: Statt mir beim Discounter alles zu kaufen, was ich haben will, von dem dann die Hälfte vergammelt, kaufe ich lieber z. B. im Bio Supermarkt ein. Und kaufe dort (weil ja teurer) nur das, was ich wirklich brauche. Dazu mache ich mir meistens vorher eine Einkaufsliste (gibt‘s auch tolle Apps für, ich nutze pon), sonst landet doch wieder viel mehr im Einkaufswagen.

  • Ich habe keine Abos.

    Auch wenn ich selbst mal redaktionell gearbeitet habe: Ich habe keine laufenden Abos. Ab und zu denke ich bei dem ein oder anderen Heft darüber nach. Aber mal ganz ehrlich: Es würde bei mir ungelesen herumliegen. Ich investiere dafür recht viel Geld in gute Bücher. Und so in mich selbst. Da dies Einmal-Käufe sind, gehe ich nicht das Risiko ein, eine Kündigung zu vergessen und dann wieder ein Jahr länger zahlen zu müssen. Das gilt übrigens auch für Online-Abos. Da habe ich genau eins, aber das habe ich mir schenken lassen. Apropos:

  • Ich lasse mich gerne beschenken.

    Wer kennt das nicht: Du wirst gefragt, was du dir zum Geburtstag wünschst und dir fällt mal wieder gar nichts ein! Wenn du ein paar Tage warten kannst, mach dir eine Liste mit den Dingen, die du im Laufe der Zeit gerne hättest und wünsch dir diese doch einfach zu Weihnachten oder zum Geburtstag. Ich freue mich auch immer total über Gutscheine, denn damit kann ich einkaufen, ohne Geld auszugeben. Und ich nehme Geldgeschenke von meiner Mutter mittlerweile gerne an. Ich vertraue ihr, dass sie weiß, ob sie sich das gerade leisten kann. Und wenn sie mir etwas gibt, ist es für sie okay und ich freue mich drüber!

  • Ich überlege dreimal, ob ich etwas brauche.

    Das ist wahrscheinlich das schwierigste. Denn wenn wir mal ganz ehrlich sind: 90 Prozent der Dinge, die wir anhäufen, benötigen wir nicht. Ich könnte unsere Wohnung vermutlich mit dem Unterscheiden in ‚Wird gebraucht‘ und ‚Wird nicht gebraucht‘ in null komma nichts leer räumen.

    Dass ich unwahrscheinlich gerne durch Läden laufe und mir vor allem neue Sachen gerne anschaue, tut dem keinen Abbruch. Und denke dann oft kurz: „Hach… aber wann benutze ich so etwas schon?“ Zack, vorbei. Das ist gedanklicher Mechanismus, den ich mir zugegebenermaßen hart antrainiert habe. Aber jetzt funktioniert er und ich kann stundenlang alles mögliche ansehen, ohne Geld auszugeben. Nur bei schönen Postkarten werde ich schwach, da erlaube ich mir den Kauf dann aber auch (sind ja nicht so teuer).

  • Der Klassiker: Auf Ebay und Co. kaufen. Und kaputte Dinge reparieren.

    Das mache ich beispielsweise auch mittlerweile meiner Kleidung. Warum soll ich eine tolle Hose wegtun, mir für 30 Euro eine neue kaufen, wenn der Änderungsschneider sie mir für 12 Euro flicken kann? Auch für Fahrräder gibt es mittlerweile oft Werkstätten, in denen man mit ein bisschen Anleitung den Drahtesel selbst wieder in Schuss bekommen kann.

    Wenn ich etwas ganz unbedingt haben will, aber es mir neu echt viel zu teuer ist (aktuell ein Wake Up Light), schaue ich immer zuerst auf Ebay, ob ich es da bekomme. Meistens lautet die Antwort: Oh, jaaa!

Damit kann jeder jede Menge Geld sparen

Im Prinzip ist es beim Sparen wie bei allem im Leben: Je bewusster du dir über das bist, was du tust, desto besser kannst du es auch tun! Schlau, oder? Bewusst entscheiden und sich zu fragen, ob eine Sache mir das Geld wert ist, hilft ungemein. Daher habe ich bisher auch nie einen Kredit für rein materielle Dinge aufgenommen, die ich rein um des Habens Willen kaufen wollte. Eine Sache ist mir keine Schulden wert. Einzige Ausnahme: Ich brauche sie, um meinen Job machen zu können (wie zum Beispiel einen PC, weil der Alte kaputt ist) oder etwas, das mich persönlich weiterbringt wie eine Fortbildung. Auch hier würde ich aber keine Ratenzahlung o. ä. vereinbaren, wenn ich mir nicht vorher sicher bin, dass ich diese auch ableisten kann.

Vom Sparen zum Vermögensaufbau – oder eben gleich zur Vorsorge

Wenn ich das Thema Sparen langfristig weiterdenke, komme ich ganz automatisch zur Vorsorge für später bzw. ‚schlechte Zeiten‘ und so übrigens auch zum Investieren. Vielleicht seit ihr auch so Madame Moneypenny Fans wie ich und wisst darüber schon einiges. Von mir nur in Kürze: Unser Geld verliert jedes Jahr zwei Prozent an Wert. Und unsere Rente ist alles andere als sicher.

Daher erzähle ich euch nächste Woche, was ich schon jetzt für meine Vorsorge mache. Und worüber ich diesbezüglich noch so nachdenke. Das hatte/hat ganz zu Anfang tatsächlich auch erst mal was mit Sparen zu tun – und geht übrigens ganz leicht! In den Podcastfolgen 7,8 und 9 hört ihr übrigens Mrs. Goldesel, die euch einiges zum Thema Finanzielle Freiheit erzählt. Bis nächsten Dienstag 🙂

Text: Svenja Hirsch

Fotos: Photo (Geld im Glas) by Michael Longmire on Unsplash

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