#1 & #2 Gleichberechtigung in der Partnerschaft

26.11.2019 I Svenja Hirsch

Was sind unsere Grundsätze und wie wollen wir leben? In den ersten beiden Podcastfolgen spreche ich mit meinem Mann! Wie wir Gleichberechtigung erfahren haben und jetzt leben wollen. Und warum wir deswegen einen Ehevertrag haben.

Podcast Im Hirschwald, Gleichberechtigung in der Partnerschaft

Mein Mann und ich kommen aus unterschiedlichen Familienverhältnissen: Während meine Mutter von Zuhause aus gearbeitet hat, war seine vor allem Hausfrau und Mutter. Unsere Väter waren jeweils die Hauptverdiener. Und insofern kommen wir dann doch aus wiederum aus ähnlichen Verhältnissen. Meine Eltern haben sich getrennt, als ich 14 war, Dirks Eltern sind nach wie vor zusammen.

Meine Mutter, seine Mutter, unser Verständnis

Der wesentliche Unterschied, wie unsere Mütter arbeiten, unterscheidet uns auch in gewisser Weise. Ich habe schon früh unterbewusst das Gefühl in mir gehabt, mein eigenes Geld verdienen zu wollen, selbstständig und unabhängig zu sein. Meine Sicherheiten auf einem anderen Menschen aufzubauen, als mir selbst, war und ist mir suspekt. Früher eher im Verborgenen, heute umso bewusster.

Gleichberechtigung war bei ihm bisher kein Thema

Mein Mann hingegen hat sich über so etwas wie Gleichberechtigung oder gar Gleichberechtigung in der Partnerschaft vorher nie so bewusst Gedanken gemacht. Gar nicht böswillig, sondern weil diese in seinem Leben einfach bisher nicht weiter von Belang war. Erst durch mich, meine Ansichten und auch unsere Zusammenarbeit, wurde ihm das Thema und vor allem die Ungerechtigkeiten, die zwischen Mann und Frau herrschen, deutlich.

Er sagt im Podcast selbst, dass er so das erste Mal auch auf den Gender Paygap aufmerksam geworden ist. Ich weiß noch, wie er an einem Tag nach Haus kam und meinte:

Das geht ja gar nicht! 21 Prozent Gehaltsunterschied! Das ist ja ungeheuer viel!

Das war einer der Gründe, weshalb wir einen Ehevertrag geschlossen haben. Ich selbst wollte das auch, da ich in einer Beziehung zuvor schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ganz ausführlich erzähle ich das in dem Beitrag Ab ins Grundbuch. Kurz gesagt: Mein Partner wollte damals, dass ich ihm Miete für ein Haus bezahle, das am Ende sein Eigentum sein würde. Ich habe mich geweigert, weil es einfach etwas anderes ist, Miete zu zahlen oder das Geld in ein eigenes Haus zu investieren. Bei dem ich in diesem Fall noch nicht mal im Grundbuch gestanden hätte.

Zudem wollte mein damaliger Partner ‚Paul‘ einen Ehevertrag, in dem ich das Anrecht auf diese Sachwerte etc. abgebe. Eigentlich war ich da komplett gegen einen Ehevertrag, aber die Sachlage hat sich zum Glück geändert.

Gleichberechtigung in der Partnerschaft: Bei uns im Ehevertrag geregelt!

Ich fand es sehr wichtig, mich überhaupt mit dem Thema Ehevertrag auseinanderzusetzen. Zu wissen, was eigentlich automatisch passiert, wenn man heiratet. Und zu regeln, dass wir in unserem eigenen Lebensmodell gleichberechtigte Partner bleiben, die beide verdienen und sich gleichermaßen für die Kinderbetreuung einsetzen. Außerdem haben wir geregelt, dass wir beide nach wie vor unsere Sicherheiten haben und auch bei einer Trennung behalten. Dass jeder wieder ohne den anderen kann, wenn er das möchte. Mehr dazu in dem Beitrag Der Ehevertrag.

Man merkt uns im Podcast wahrscheinlich an, dass wir viele der Dinge, die wir hier noch einmal aufgenommen haben, bereits mehrfach zu zweit besprochen haben. Ich denke, dass genau das auch sehr wichtig ist: Zunächst einmal selbst zu wissen, was einem wichtig ist und dann mit dem Partner hierüber zu sprechen. Abzuklären, ob man die gleichen Ziele hat und ein gemeinsames Leben ohne größere Einbußen für den einen oder anderen möglich ist.

Meine Mutter beschreibt in Folge 3 bis 6, wie unterschiedlich Beziehungen gerade in dieser Hinsicht sein können. Und warum diese Form von Selbstverantwortung und Gleichberechtigung in der Partnerschaft so wichtig ist, um glücklich zu bleiben. Was ich damit andeuten will: Hört mal rein! (;

Habt ihr Fragen zu unserem Ehevertrag und Co.? Dann schreibt mir gerne in die Kommentare!

Text: Svenja Hirsch

Fotos: Lena Haase

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