Starke Frauen – meine Top 3

22.10.2019 I Svenja Hirsch

Alles spricht und schreibt über starke Frauen – oder denke nur ich das, weil ich mich tagtäglich mit diesen auseinandersetze? Ich habe nämlich selbst vor einiger Zeit gemerkt, dass mir bei der Frage nach Vorbildern in erster Linie Männer eingefallen sind – was ich selbst von mir totalen Quatsch fand! Also habe ich mich auf meinen Hosenboden gesetzt und darüber nachgedacht, welche Frauen mich prägen und geprägt haben. Und siehe da: Meine Vorbild-Liste ist jetzt komplett männerfreie Zone. Denn Fakt ist:

Starke Frauen, The future is female

Vermutlich erwartet man fast die folgende Antwort auf die Frage, welche starke Frauen mich am meisten prägen und inspirieren. Aber absolut outstanding ist tatsächlich meine Mutter. Ich habe gerade eine Podcastfolge aufgenommen mit ihr und dabei das erste Mal so komplett bewusst festgestellt, wie sehr sie mich beeindruckt und prägt. Ihr war es nämlich schon immer wichtig, unabhängig zu sein, ihr eigenes Geld zu verdienen und dieses vor allem auch gänzlich selbstständig zu verwalten. Mein Vater fand das nicht immer sooo toll… aber das erzählt sie alles ausführlich im Podcast.

Was ich von meinem Vorbild Nummer eins gelernt habe

Was ich von ihr gelernt habe, ist ganz grundsätzlich Haltung einzunehmen. Sich ein Ziel zu setzen und mit diesem den eigenen Weg einzuschlagen. Viele andere Dinge lerne ich mit der Zeit durch sie, zum Beispiel, dass Liebesbeziehungen in die eine wie die andere Richtung einen sehr starken Einfluss auf unser Selbstwertgefühl haben.

Meine Mutter hat sich gefragt, ob sie überhaupt etwas wert sei

In ihrer ersten Ehe hat sich meine Mutter oft gefragt, ob all das was sie tut und so auch sie selbst eigentlich ‚etwas wert‘ ist und hat sich oftmals nicht so wertvoll gefühlt. In ihrer zweiten Ehe hingegen umso mehr – da wurde ihr dies tagtäglich gesagt, und irgendwann, sogar recht schnell, konnte sie das dann endlich auch selbst glauben. Ich habe genau das so ähnlich erlebt. Und konnte das vermutlich auch durch das, was ich bei meiner Mutter gesehen habe, alles etwas schneller durchmachen und abfrühstücken.

Okay, aber mal ganz davon abgesehen: Wer sind sonst die Frauen, die mich bisher am meisten inspiriert haben?

Meine Starke-Frauen-Top 3 früher, als ich noch ein Kind/Jugendlich war:

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  1. Gabriela Sabatini – ja, die Tennisspielerin mit den Locken, die Werbung für Schwarzkopf gemacht hat und vermutlich die erste mit eigenem Parfum war.
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  2. Madonna – die Musikerin natürlich. Fand ich früher und auch heute noch großartig. Sie kreiert Kunst, setzt sich für ihre Vorstellungen ein und lässt sich nicht vorschreiben, wie sie zu altern hat.
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  3. Pipi Langstrumpf – welche Frau ist stark, wenn nicht diese Figur von Astrid Lindgren? Oh mein Gott, wo wären wir heute bloß ohne Pipi!
Starke Frauen, Ring, Ehevertrag

Und heute sind es diese starken Frauen, die mich begeistern:

1. Madame Moneypenny

Ein paar von euch haben bestimmt schon mal etwas von ihr gehört oder vor allem gelesen. Wenn nicht: nachholen! Jetzt! Hinter dem Markennamen steckt Natascha Wegelin, übrigens auch aus Dortmund wie mein Mann, die zuerst mit einem Blog zum Thema finanzielle Unabhängigkeit für Frauen gestartet ist. Daraus ist mittlerweile eine ganze Bewegung für starke Frauen geworden. Es gibt einen Podcast, Bücher und Live-Talks.

Unabhängigkeit und Gleichberechtigung fängt bei ihr mit den Finanzen an

Für mich war und ist sie deswegen so wichtig, weil ich durch sie gemerkt habe, dass ich vieles im Bereich Finanzen instinktiv richtig mache und gemacht habe. Und es ist immer gut, so bestätigt zu werden! Ich glaube auch, dass meine Gedanken über das Thema Geld vorher nicht so wirklich positiv waren und ich das durch ihren Content mittlerweile geändert habe. Gerade für Frauen ist es so wichtig, in Geld etwas Gutes zu sehen und es haben zu wollen, zu verhandeln, sich einen Überblick über die eigene Situation zu verschaffen und sich nicht ständig die Butter vom Brot nehmen zu lassen.

… und geht im Unternehmertum weiter

Insofern ist es auch nicht nur der Finanz-Content, sondern vor allem Natascha Wegelin als Unternehmerin, die ich unglaublich spannend finde! Wie sie über Selbstständigkeit denkt und ihren ganzen Kram auf die Kette bekommt, macht ebenfalls mittlerweile einen großen Teil dessen aus, was sie so im Podcast und auf Instagram erzählt. Es ist nicht immer alles genau mein Weg (ich würde niemals um 4.30 aufstehen, um Sport zu machen!), aber es motiviert mich!

Hier geht’s zur Madame: https://madamemoneypenny.de/

Und das hier ist ihr Buch*, das ich nur wärmstens empfehlen kann! Super leicht weg zu lesen und absolut elementar, frau sich finanziell etwa aufbauen will:

2. Stefanie Luxat

Wer sie noch nicht kennt (das können nur sehr wenige sein), schaut einfach mal bei ihr auf dem Blog vorbei: Ohhhmhhh. Ja. Wirklich. Ihr BlogMagazin hat mich dazu inspiriert, mein eigenes aufzumachen. Ich habe mich vom Aufbau inspirieren lassen, obwohl ich inhaltlich von Anfang an in eine andere Richtung wollte. Denn ganz ehrlich, also… ich glaube, Frau Luxat muss irgendwo in Eppendorf wohnen! Zumindest sieht es auf den Fotos der Wohnung etc. immer ein bisschen so aus und auch die Themen passen recht gut dazu. Ich bin ja nicht so der Latte Macchiatto-Mutti Typ und empfinde den Content oft als etwas ‚overstyled‘ und zu ‚heile Welt‘-mäßig.

Wer kann sich Online-Content schon bezahlen lassen? Stefanie Luxat kann!

Was mich sehr beeindruckt ist, dass mich die Themen dennoch immer wieder überraschen. Weil sie dann doch anders sind und man einfach merkt, dass Stefanie Luxat eine grandiose Storytellerin ist. Sie macht den Blog schon seit über sieben Jahren, hat durchgehalten und nun noch einmal Vollgas gegeben. Und sie ist eine, wenn nicht die Erste, die ein bezahltes Abo eingeführt hat UND damit auch noch Erfolg hat! Weil ihre Inhalte so gut sind, dass man die sechs, sieben Euro einfach gerne bezahlt.

Ich selbst habe es noch nicht, aber ärgere mich immer, wenn sie mal wieder Werbung auf Instagram macht, dass ich mir die Sachen nicht so anhören und durchlesen kann, weil mich das jetzt echt interessiert hätte. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es einfach eine krasse Leistung ist, in dem immer weiter schrumpfenden Printbereich und unfassbar überfüllten Online-Angebot eines zu schaffen, das so heraussticht. Und vor allem die Leute endlich wieder dahin zu bekommen, für solche Text-Angebote zu bezahlen.

Starke Frauen: Immer einen Schritt voraus

Es gab in der letzten Zeit auch immer wieder Themen, bei denen sie mir einen kleinen Schritt voraus war. Ich hatte zum Beispiel das Thema Ehevertrag schon geplant, da veröffentlicht sie auf einmal ein Bild von sich und ihrem Mann, dem Rechtsanwalt, und schreibt drunter, warum die beiden keinen bräuchten…Na toll, hab ich da gedacht. Gleichzeitig bestätigt es mich aber auch in der Wahl meiner Themen: Wenn die Luxat das auf dem Zettel hat, kann es ja nur gut sein!

Ab zur Stefanie: https://www.ohhhmhhh.de/

3. Barbara Schöneberger

Hm, tja, was soll ich dazu jetzt schreiben? Man soll sich ja immer große Vorbilder suchen – und Barbara Schöneberger ist auf dem Gebiet, auf dem ich mich bewege wahrscheinlich das größte Vorbild, das ich haben kann. Ich habe sie tatsächlich schon bei Bube, Dame, Hörig gesehen – das habe ich nämlich immer mit meiner Mutter geguckt (wie sich der Kreis hier schließt, Wahnsinn!).

Kurven, wortgewandt, kein Typ, der sich traut, frech zu ihr zu werden

Als es mit Blondes Gift weiterging, fand ich sie tatsächlich etwas anstrengend. Das kennt sie aber, glaube ich. Trotzdem fand ich es schade, als es die Sendung nicht mehr gab. Nicht, weil ich sie geguckt habe, sondern da es eine der wenigen Sendungen dieser Art mit einer Frau war und ich Barbara nichtsdestotrotz einfach immer mochte. Sie hat so ein Selbstbewusstsein, versetzt mit einer gewissen Ironie , durch die sie jedem Macho verbal den Arsch versohlt. Ohne, dass er es merkt!

Auch, wenn Frau Schöneberger etwas kleiner ist als ich, haben wir eine ähnliche Figur. Klingt blöd, aber es beruhigt mich, dass eine so weibliche Frau so eine große Nummer im TV und Print-Magazin Bereich ist, ohne komplett durchsexualisiert zu werden oder das mit sich machen zu lassen. Nein, sie ist das, weil sie es kann! Weil sie es drauf hat und ziemlich intelligent ist. Auf eine gute Art.

Barbara Schöneberger sendet nicht für andere – sie macht alles auf eigenem Kanal!

Mit ihren Ideen ist sie auch immer eine Vorreiterin, siehe das Barbara Magazin. Sie denkt immer groß – das konnte man im Podcast mit Olli Schulz und Jan Böhmermann hören, dem sie aus Versehen zu hören gab, dass sie keine Lust gehabt hätte, ewig als kleine Spätabend-Sendung irgendwo rumzudümpeln. Sie will die großen Shows! Sie will ihr eigenes Magazin! Dazu hat sie eine eigene App mit Radio Sendern und Podcast – den gibt es nicht bei Spotify oder so, nein, den gibt es nur bei ihr direkt.

Zudem habe ich bei ihr auch imer das Gefühl, dass sie trotz ihres Mega-Business ein totaler Familienmensch ist und ihr Zuhause sehr liebt. Das mag ich, denn es zeigt, dass eben doch beides geht – und das sogar unwahrscheinlich gut!

Ich bin ihr in Hamburg vor vielen Jahren auch mal über den Weg gelaufen – im EEZ. Es ging so schnell, dass ich sie gar nicht ansprechen konnte, selbst wenn ich gewollt hätte. Was hängen geblieben ist, ist ihr offener, direkter und zugleich freundlicher Blick. Den vergisst man nicht.

So, aber jetzt sag mal: Hab ich hier jetzt ein paar andere starke Frauen total vergessen? Wer steht denn auf deiner männerfreien Vorbilder-Liste? Bin neugierig!

Text: Svenja Hirsch

Fotos: Photo (Tasse) by CoWomen on Unsplash, Photo (Ring) by Brooke Lark on Unsplash

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