Unsere Hochzeit

15.10.2019 I Svenja Hirsch

Wir haben’s getan! Warum mein Mann und ich bei unserer Hochzeit weder auf Pomp, noch auf teures Dining gesetzt habe. Und stattdessen auf gude Leude und Elektrofahrzeuge.

Hochzeit, Hochzeitsdeko

Auch eine gelungene Feierei hat etwas mit bewusstem Entscheiden zu tun. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum eine riesige Schloss-Location wichtig ist. Und ich verstehe vor allem nicht, warum sich viele Paare für eine Hochzeit krass verschulden.

Warum machen so viele Paare enorme Schulden für ihre Hochzeit?

Man kann auch so eine grandiose Feier haben – meist ist die sogar viel schöner, als im größten, teuersten Schloss der Welt! In unserem Fall haben wir auf familiäres Umfeld und ganz persönliche Noten gesetzt. Irgendwann im Laufe der Feier fiel mal der Begriff ‚Scheunenfest‘ – das trifft es vermutlich ganz gut!

Und was haben wir nun also genau gemacht?

  1. Früh übers Heiraten gesprochen! Und darüber, wie wir uns eine Feier vorstellen. Dadurch konnten wir recht klar kommunizieren, was wir wollen und haben das auch sehr genau so umgesetzt.
  2.  Im Garten meiner Mutter geheiratet. In einer Art befestigter, überdachter Terrasse mit Bar, Biertischen/-bänken und Zeltwänden.
  3. Vieles selbst gemacht. Zum Beispiel die Deko, die Hochzeitstorte, das Gästebuch. Und anfangs sogar schon die Einladungskarten.
  4. Unsere Gäste eingebunden. Durch eine kleine Aktion bei der Einladung (die sich etwas verselbstständigt hat), konnten sich alle schon einmal vorab ‚sehen‘ und außerdem gab es ein Mitbring-Buffet.
  5. Anderen vertraut. Meine Mutter hat unglaublich viel organisiert, an das ich selbst gar nicht gedacht habe. Eine Zeltheizung zum Beispiel. Unseren Trauzeugen haben wir den Sektempfang anvertraut, den diese für die Zeit gestaltet haben, in der wir Fotos machen waren. Und eine Freundin von mir hat das Buffet dekoriert.
Hochzeit, Hochzeitsdeko

Hochzeitsdeko, DIY

Was Paare bei der Feier oft vergessen: Es geht um EUCH, nicht um die anderen

Ich glaube, was beim Heiraten heute oft vergessen wird ist, dass gerade die persönliche Note und die Liebe, die man in so eine Feier steckt, das ist, was den Gästen im Gedächtnis bleibt. Selbst ein pompöser Festsaal ist doch einfach eine ziemlich kühle Angelegenheit, wenn man diesen nicht schmückt, nicht mit Leben füllt, keinen wirklichen Bezug zu dem Ort hat. Ich ganz persönlich fand es sehr schön, all die Leute quasi zu mir nach Hause einzuladen. An den Ort, wo ich aufgewachsen bin.

Hochzeit, Hochzeitstorte

Unsere ganz persönliche Note: Korken als Tortenfiguren.

Und wir haben auch sehr bewusst entschieden, mit welchen Menschen wir gerne feiern wollen. Auch das höre ich immer wieder: Wenn ich Tante XY einlade, muss ich auch Z, A, B und C einladen. Nein, auf gar keinen Fall! Ich habe die Menschen eingeladen, die für mich zu meinem Leben dazugehören. Mit denen ich gerne zusammen bin, oder die ich auch einfach unbedingt wiedersehen möchte. Die mir auf eine Weise wichtig sind, mit denen ich mich wohl fühle.

Typische Hochzeitskrankheit: Alles muss perfekt sein – für die anderen!

Die pompöse Location und die vielen Menschen, die man einladen MUSS… Beides geht einher mit der Krankheit, nach außen hin alles perfekt erscheinen zu lassen (und führt übrigens auch oft zu einer unwahrscheinlich teuren Hochzeit). Für wen? Für andere Leute, für irgendwelche Fotos, die man den anderen Leuten schicken kann? Es ist DEINE Hochzeit. In diesem Falle meine/unsere und nicht die, der anderen Leute.

Kann natürlich sein, dass das bei jemandem zu Unmut führt, der nicht eingeladen wird. Aber sei es drum. Wenn du jemanden nicht einlädst, ist er vielleicht auch für dich gar nicht so wichtig. Und von daher auch sein/ihr Unmut nicht.

Wichtig ist, womit ihr euch wohl fühlt

Wirklich: Ich brauche keine 5.000 Euro Kleid, keinen Festsaal oder ähnliches. Mir hat es unwahrscheinlich viel Spaß gebracht, viel selbst zu machen und zu sehen, wie toll die Gäste das finden. Wie schön für viele die Feier war – die übrigens ganz ohne Spiele oder viel zu lange Reden auskam. Die einzige Dekadenz war ein Tesla als Hochzeitsauto. Und selbst der hat kein Loch in unser Budget gerissen.

Ich hatte eine Stylistin, ein weißes Kleid, das schönste Standesamt Hamburgs, Fotos am Hafen, eine weitere Fahrt mit dem Tesla wieder zurück, die beste Location überhaupt, in der selbst die Eltern entspannt feiern konnten, weil die Kinder draußen sicher und ausgiebig spielen konnten. Und die Leute, von denen sich viele am Ende für die tolle Hochzeit bedankt haben!

Text: Svenja Hirsch

Fotos: auch!

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