A wie Anfangen

16. Juli 2019 I Svenja Hirsch

Einfach loslegen – das ist oft schneller gesagt als getan. Aber warum stockt es manchmal und fühlt sich an, als käme man überhaupt nicht von der Stelle?

Self-ABC Im Hirschwald

Kennt ihr diese Träume? Ich laufe und laufe und laufe, komme aber kaum von der Stelle. Und dann bricht genau das einfach in mein Leben ein!

Oft in Form von Phasen, in denen ich vom Hundertsten ins Tausendste komme: Ich überlege zu viel und zu lange, was ich alles machen könnte und müsste. Oder ich mache Kleinscheiß und nicht das, was eigentlich wichtig wäre.

Perfektionismus als Ausrede

Dabei weiß ich doch genau, was ich eigentlich tun will und bin mir auch ziemlich sicher, genau damit voran zu kommen! Also warum nicht einfach machen? Die Antwort ist oft mein Perfektionismus, aber eben auch Angst. Beziehungsweise glaube ich, dass mein Perfektionismus oft versteckte Angst ist.

Wenn ich etwas perfekt mache, bedeutet das, dass ich nicht angreifbar bin. Das Ergebnis ist perfekt, somit gibt es auch keinen Grund für Kritik. Kritikfähigkeit ist etwas, das ich mir zum Teil bereits hart erarbeitet habe, zum Teil aber auch immer noch daran weiterlerne. Ich gerate dabei oft an Grenzen, an denen ich mich frage: „Ist das, was der andere mir gerade sagt, noch konstruktive Kritik?“ Und ich gerate an Grenzüberschreitungen, an denen ich mich selbst klar von der Kritik abgrenzen und sagen muss: „Hmmm… äh, nein!“

Zwischen Ist das jetzt noch konstruktive Kritik? und Hmmm… äh, nein!

Dieser Wahnsinn mit der Perfektion ist wahrscheinlich mal wieder ein einfaches Mind Set Turn Around: Ich will, dass das Ergebnis perfekt ist, damit keiner es kritisiert. Aber sagt mal, wann ist denn etwas ein Ergebnis? Wann ist etwas wirklich ‚fix und fertig‘?

Ein perfektes Ergebnis – oder doch nur ein Zwischen-Step

Da fällt mir eine Szene aus meiner Schulzeit ein. Oder besser: mein Kunstlehrer. Der pflegte immer zu sagen, dass ein Kunstwerk nie vollendet ist. Man arbeitet immer weiter, fügt etwas hinzu, nimmt etwas weg, pinselt nochmal drüber. Es gibt kein ‚fertiges‘ Bild. Also gibt es in dem Sinne auch kein Ergebnis. Denn das Bild bleibt nicht etwa ab einem bestimmten Zeitpunkt so wie es ist. Es entwickelt sich immer weiter.

Und wenn es kein Ergebnis gibt, dann auch keines, das perfekt sein kann… oder?

Wir verändern uns, unsere Ergebnisse auch

Alles ist im Fluss. Und so auch unsere Entscheidungen dafür, etwas zu tun, mit etwas anzufangen. Wir und unsere Umgebung verändern uns stetig, warum sollten unsere Ergebnisse dann statisch sein? Festgelegt forever? Wir können immer nachjustieren. Und ja, es ist auch einfach so: Wenn ich nicht mit etwas anfange und es der Kritik aussetze, dann kann ich mich selbst hierin auch nicht weiterentwickeln und mich tatsächlich verbessern. ‚Einfach machen‘ ist somit auch der beste Weg, etwas richtig gut zu können! Das geht nicht von jetzt auf gleich, leider nicht, aber es kommt mit der Zeit.

Also los: Kritik erfragen, einarbeiten und hin und wieder auch mal abschmettern, wenn die Kritik zu wild und gemein wird. Und wenn uns mal einer so richtig doof kommt und herumkrittelt, dann können wir sagen:

  1. Ja, das ist auch im Prozess und wird von Tag zu Tag besser.
  2. Oder: Halt einfach die Fresse und mach‘s besser! Ich hab wenigstens angefangen!

In diesem Sinne: Willkommen im Hirschwald,

das Blog Magazin für Selbstentwicklung. Ich, Svenja Hirsch, schreibe hier für euch und habe daher auch ‚einfach mal angefangen‘, wenngleich meine Profession tatsächlich das Schreiben ist. Dazu lest ihr mehr unter ‚Über mich‘ und zusätzlich über diesen Blog im ‚Self-Interview‘. Ihr habt Themen, die euch interessieren? Dann kommt in meine Facebook-Gruppe, in der ihr Gleichgesinnte (und auch mich) findet und eure Vorschläge einbringen könnt. Ich freue mich auf euch.

Ein paar Bücher zum Thema:

Warum Perfektionismus und unerschütterliche Nettigkeit nicht das Rezept für ein erfülltes Leben sind – darum geht es in ‚Die kleine Philosophie der Macht‘ von Rebekka Reinhard. *

Text: Svenja Hirsch

Foto: auch!

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